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Ich stieß auf Kurt Tucholsky vor einigen Jahren, als sein Zitat
"Soldaten sind Mörder" in aller Munde war.
Kurt Tucholsky war für mich bis dahin nur ein weiterer
kommunistischer Straßennamensgeber,
doch ich beschloss, dem "Mörder"-Spruch einmal auf den Grund zu
gehen, weil er mit meiner Grundeinstellung
zusammenpasste. Ich blätterte in Büchern und stieß weniger auf
politische Theorie, mehr auf Ironie und Wortwitz,
sowohl mit politischem als auch mit sozialem Hintergrund. Die
Sprache ist es wohl, für die ich Kurt Tucholsky bewundere.
In "Schloss Gripsholm", das aufgrund seiner Länge eigentlich
eher untypisch für Tucholsky ist,
steckt auf jeder Seite eine kleine Wahrheit (auch wenn sich das
etwas naiv anhört).
Tucholskys oftmals lockerer und heiterer Stil steht in Kontrast
zu seinem ruhelosen Leben. In Deutschland fühlte er
sich nicht wohl, auch Paris war ihm nur vorübergehend eine
Heimat. Tucholsky blieb sein Leben lang auf der Suche nach
innerem Frieden und Geborgenheit, doch gesundheitliche und
psychische Probleme zerstörten ihn langsam. Nach der
Machtübernahme der Nazis 1933 gehörte Kurt Tucholsky zu den
ersten, die ausgebürgert wurden.
Depressiv und schwerkrank beging Tucholsky 1935 im schwedischen
Exil Selbstmord.
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